Buchempfehlung "Seelenfraß - Wie Sie den inneren Terror der Angst besiegen"

Die Therapeutin: "Wahres Glück fliegt uns nicht zu!"
Psychiaterin Margot Schmitz über den Weg aus der Angst - ins Glück


Keine Angst vor der Angst! Dazu besteht kein Grund. Wir dürfen uns nur nicht selbst in die Falle gehen. Nicht in Partnerschaften oder der Familie. Nicht im Job. Nirgendwo. Der erste Schritt scheint schwer. Doch ist er erst gegangen, wundern wir uns, wie leicht er war und wie sehr er uns weitergebracht hat: Angst zuzugeben.
Immer wieder werde ich gefragt: Wann ist Angst übertrieben? Meine einfache Antwort: Wenn Angst uns lähmt. Wenn sie uns hindert, den Erfolg und Spaß aus dem Leben zu holen, den wir erreichen könnten.

Wer Wege zum Glück entdecken will, muss zuerst Wege aus der Angst finden. Sonst bleibt er/sie gefangen in einer bedrohlichen Gedanken-Welt, die Glück nicht zulässt. Glück hat nur, wer das Leben mag, das er/sie lebt. Dabei müssen wir unseren Kindern besonders helfen. Am besten gelingt uns das, wenn wir sie loben. Denn: Wenn wir ihnen andauernd vorhalten, was sie noch nicht können, entmutigen wir sie nur. Sie fühlen sich schnell nutz- und wertlos. Es verletzt sie. Vor Verletzungen haben sie Angst. Davor wollen sie sich schützen. Oft indem sie sich nicht anmerken lassen, was in ihnen vorgeht. Oder sie ihre Gefühle leugnen. Vor sich und anderen. Dann rutschen sie ab in innere Einsamkeit. Dort gibt es kein Glück.
Frauen seien beim TV glücklicher als beim Sex, verkündete kürzlich eine Studie. So tief sollen wir gesunken sein? In Phantasien einer Scheinwelt? Ausgestiegen aus dem eigenen Leben? Glück hat etwas mit glücken, also gelingen, zu tun. Damit uns etwas gelingt, müssen wir uns anstrengen. Wahres Glück fliegt uns nicht zu! Um in einer Partnerschaft glücklich zu werden, müssen wir lernen, uns einzulassen und unsere wirklichen Gefühle zu zeigen. Auch die Angst. Wir müssen lernen, die Gefühle des Partners zu verstehen. Wir dürfen über Konflikte nicht hinweggehen. Nur wer Angst vor Konflikten überwindet und sie angeht, kann sie lösen. Das ist, weiß Gott, nicht immer leicht. Aber so schaffen wir Nähe. Intimität. Vertrauen. Sicherheit. Voraussetzungen für Glück.
Nur wenn wir unsere Ängste "behirnen", können wir nach dem Glück greifen. Dafür müssen wir unser Denk-Hirn trainieren. Denken ist ein wirksames "Medikament" gegen Angst. Wir müssen auf uns achten, spüren, was uns gut tut, und uns dafür Zeit nehmen. Erfolge und angenehme Erfahrungen sollten wir in unserem Gedächtnis festhalten. Uns darf die Erinnerung daran nicht entgleiten. Und wir müssen Dinge tun, die uns fordern. Es geht uns nämlich am besten, wenn uns etwas wirklich interessiert. Wenn wir aktiv unsere Talente entwickeln. Und so neue Fähigkeiten. Ohne dabei zu viel von uns zu verlangen. Dann belohnen wir uns selbst. Wir schaffen uns gute Gefühle. Und wir leisten mehr. Das ist der Antrieb zum Glück.

Jeder Mensch kann diese Fähigkeit für sich entdecken. Jeder hat dazu in sich ausreichend Kraft und Kreativität. Ungeahnte Reserven liegen im Verborgenen. Wie Goldminen. Nach Gold müssen wir suchen. Und wenn wir es gefunden haben, beharrlich schürfen.