Artikel 11. / 12. Dezember 2004, Neue Zürcher Zeitung; Christof Gertsch
Schwimmstar? Popstar!
Der Österreicher Markus Rogan das Ereignis der Kurzbahn-EM in Wien

Vermutlich wird Markus Rogan demnächst auch Oboenkonzerte geben, Gehirnchirurgie lehren und den Seeweg nach Indien entdecken. Dieses Eindrucks zumindest kann sich niemand erwehren, der dieser Tage die österreichischen Tageszeitungen durchblättert und allüberall auf eine zwar unterschiedliche Wortwahl, aber den gleichen Inhalt stösst: Markus Rogan, Superstar.
Nach dem Schwimmen die Inszenierung: Rogan im Element.
Der Hype ist unermesslich
Österreich ist verrückt nach ihm, jeder ist sein Fan - und nur der Ski-Weltcup interessiert normalerweise noch mehr als das zurzeit in Rogans Heimatstadt Wien stattfindende Kurzbahn- Championat der Schwimmer. Die Buben möchten so werden wie er, und die kreischenden Mädchen malen Transparente, fotografieren sich den Daumen wund und geben keine Ruhe, bevor sie nicht mindestens ein Autogramm ergattert haben. Markus Rogan, 22 Jahre alt, muss sich fühlen wie ein Popstar. Jede Handbewegung wird von zig Kameras festgehalten, mit jedem Lächeln erntet er tosenden Applaus von den Rängen der fast ausverkauften Wiener Stadthalle. Der Hype ist unermesslich gross.