Seite 3/3 Sportwoche, Nr. 48/30.11.04 Interview: Manfred Behr
Du hast deine Geschäftsfelder unlängst um die Merchandisinglinie "Big Fish" erweitert. Eine Cash-Cow?
Bei "Big Fish" geht es nicht ums Geschäft. Die Preise sind knapp kalkuliert. Und wir legen Wert darauf, dass sich unsere Produzenten an Fair-Trade-Vereinbarungen halten, zum Beispiel im Bereich der Arbeitsbedingungen. Ich will den Fans viel mehr etwas bieten. Das erwarten sie. "Big Fish" ist eine Botschaft. Für Erfolg durch Einsatz, Fairplay und Teamarbeit. Das vermittle ich auch auf meiner Webpage www.markusrogan.at. Daran glaube ich. Und alle, die genauso darauf setzen, merken, dass sie keine "kleinen Fische" sind.
Mit Mirna Jukic
Beim Punktesieg gegen den Verband in der Ausrüsterfrage ging's nicht so harmonisch zu.
Es wurde deutlich, dass Funktionäre Leistungsträger nicht herumkommandieren können. Es ist das Recht jedes erfolgreichen Sportlers, bei Entscheidungen eingebunden zu werden, die ihn betreffen. Wir hatten über Jahre zwischen Verbandsspitze und Schwimmern eine gute Partnerschaft. Jetzt war kurz Sand im Getriebe. Vielleicht war's nötig, damit alle merken, wie schön es ist, sich zu vertragen.
Es hat den Anschein, als seiest du manchen Verbandsfunktionären mit deinen Erfolgen eine Nummer zu groß geworden.
Ich respektiere und schätze deine Meinung. Ich selbst würde das so direkt nicht formulieren. Aber grundsätzlich kann ein Sportverband nicht erfolgreich sein, wenn zwischen Funktionären und Sportlern die Kommunikation nicht stimmt und kein Einvernehmen herrscht.
Wie soll die nähere Zukunft abseits des Schwimmens aussehen?
Ich habe es nicht so eilig, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Auf jeden Fall möchte ich mich 2008 um eine der vier neu zu vergebenden Sitze in der IOC-Athletenkommission bewerben. Und dann gibt's ja noch das Kabinett von Arnold Schwarzenegger. Vielleicht braucht der einen Austrian Relations Manager.
